Wein vegan oder Wein nicht vegan – Das sind die Unterschiede in der Herstellung

wein vegan. wein nicht vegan.

Ob ein Wein vegan oder ob ein Wein nicht vegan ist, entscheidet sich in der Herstellung. Weinherstellung ist ein traditionelles Handwerk und traditionell werden seit Jahrhunderten tierische Proteine eingesetzt, um den Wein zu klären.

Doch damit du siehst, wie und wo im Prozess der Weinherstellung tierische oder vegane Hilfsmittel zum Einsatz kommen, starten wir von vorne:

Traditionelle Weinherstellung – von der Ernte bis zur Flasche

Im Spätsommer sind die Trauben ausgereift und bereit für die Ernte und Weiterverarbeitung. Es folgt die sogenannte Vinifikation. Vereinfacht gesagt wird hier aus den Trauben, die ja auch als Traubensaft enden könnten, stattdessen ein alkoholisches Getränk mit einem völlig anderen Geschmacksprofil als Traubensaft. Die Trauben werden in einer Mühle zerdrückt. Es entsteht eine Mischung aus Fruchtteilen und Saft, genannt Maische. Diese Mischung ist noch recht dickflüssig und enthält bereits je nach Rebsorte einige der Aromen und Geschmacksstoffe, die später auch im Wein zu finden sind.

Als nächstes ist das Keltern an der Reihe. Dabei wird die Maische ausgepresst und die gewonnene Flüssigkeit wird in manchen Fällen mit Zucker angereichert, um den nun folgenden Gärungsprozess zu unterstützen. Ist mehr Fruchtzucker oder zugesetzter Zucker vorhanden, kann die Flüssigkeit einen höhere Alkoholgehalt entwickeln. Während der Gärung arbeiten die Hefen aus den Trauben und manchmal auch zusätzlich zugefügte Hefen. Sie wandeln den Zucker in Alkohol um. Wenn die Hefe den Zucker verzehrt hat, ist der Jungwein fertig. Es folgt die Reifung. Dafür wird der Wein oft in Fässer umgefüllt. Qualitätswein reift in der Regel in Holzfässern.

Auf die Reifung folgt der Schritt, bei dem der Wein nicht vegan bleibt: Die Filtration und Schönung. Das Ziel: Rückstände von Hefe sollen abgebaut werden. Das ist notwendig, weil während der Gärung etwa 400 organische

Verbindungen entstehen, die einen Einfluss auf Geschmack und Farbe des Weins haben. Beispielsweise sind das Polysaccharide, Polypeptide und polyphenolische Verbindungen. Doch nicht nur Farbe und Geschmack können die Schwebstoffe beeinflussen, sie trüben den Wein auch ein.

Also steht die Filtration und Schönung an. Dafür kommen tierische Hilfsmittel zum Einsatz. Die Proteine binden die Trübstoffe und setzen sich am Boden des Fasses oder Tanks ab. Der klare Wein kann nun abgeschöpft werden. Im Wein selbst bleiben also eher Rückstände als große Mengen der tierischen Produkte zurück. Dennoch kamen die Proteine bei der Weinherstellung zum Einsatz und damit ist Wein nicht vegan. Die Proteine stammen häufig aus dem Hühner-Eiklar, aus der Fischblase oder aus Gelatine aus der Schwarte von Schweinen. Manche Winzer verwenden auch Kasein, das aus Magermilch gewonnen wird.

Nach der Gärung und Schönung ist die Weinherstellung fast abgeschlossen. Nun wird der Wein in Flaschen abgefüllt und kann entweder direkt in denVerkauf gehen, oder er bekommt noch Zeit. Gerade Qualitätsweine entwickeln ihr volles Geschmacksprofil erst mit den Jahren. Jetzt braucht es also vor allem eines: Geduld.

So sieht also der Herstellungsprozess eines traditionellen, nicht veganen Weines aus. Inzwischen gibt es aber Alternativen zur Schönung mit tierischen Proteinen. So lässt sich Wein vegan herstellen:

Wein vegan. Es geht auch anders: So kann Wein vegan hergestellt werden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Wein vegan herzustellen. Der einfachste Weg ist, den Wein nicht zu schönen. Sedimentation nennt sich dieses Verfahren und wird bei Weißwein häufiger als bei Rotwein eingesetzt. Im Vergleich zur Schönung mit tierischen oder veganen Hilfsmitteln dauert die Sedimentation lange. Der Vorteil ist aber, dass der Winzer nicht eingreifen muss und sich einen Schritt in der Herstellung komplett sparen kann. Für diesen Weg entscheiden sich immer mehr Winzer. Gar nicht so selten wird so also „unbeabsichtigt“ veganer Wein produziert. Der Nachteil: Es steht dann auch nicht auf der Flasche. Damit du diese Weine trotzdem findest, haben wir hier Geheimtipps für vegane Weine gesammelt.

Wenn veganer Wein geklärt werden soll, funktioniert das auch mit nicht- tierischen Stoffen wie beispielsweise Aktivkohle oder Bentonit (eine Mineralerde). Auch pflanzliche Proteine können dafür eingesetzt werden. Manche Winzer verwenden zum Beispiel Weizen- oder Erbsenprotein, manchmal auch Protein aus Bohnen oder Kartoffeln. Ein weiteres veganes Klärmittel ist pflanzliche Gelatine. Die Klärung mit den Ersatzstoffen nimmt im Vergleich zur traditionellen Methode etwas mehr Zeit in Anspruch, ist aber nicht weniger effektiv. Und eben tierleidfrei.

Warum Wein vegan sogar noch besser schmeckt

Es würde ja schon reichen, wenn veganer Wein einfach nur nicht schlechter schmeckt, als sein nicht veganer Verwandter. Tatsächlich schmeckt er oft sogar besser. Warum? Durch die tierfreie Schönung erfolgt eine Harmonisierung der Gerbstoffstruktur. Die Klärung mit tierischen Hilfsmitteln kann das nicht im gleichen Maß leisten. Das Resultat: Veganer Wein hat einen weicheren, milderen Geschmack.

So, jetzt weißt du Bescheid. Die nächsten Schritte wären jetzt Wein kaufen, Freunde einladen und Wein trinken ;).

Hier findest du alle Infos für deinen nächsten Wein-Einkauf. Wir verraten dir, wie du vegane Weine online und offline erkennen kannst.

Hier haben wir eine Auswahl an veganen Weinempfehlungen für dich zusammengestellt. Es gibt Rotwein, Weißwein, Sekt und alkoholfreien Wein. Du kannst direkt bestellen und ersparst dir die teilweise etwas komplizierte Suche nach Veganer Wein im Supermarkt.

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